Mark Zuckerberg und das indische Internet

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Viele fragen sich wohl zurecht, ob Mark Zuckerberg der Sprit ausgegangen ist, als er vor circa 2 Jahren mit seinem Helikopter in dem indischen Dorf Chandauli landete. Doch das war ganz und gar kein Versehen, denn der Facebook-Boss hatte ein ernstes Anliegen im Gepäck: Er wollte das Dorf erst wieder besuchen, wenn er es komplett mit schnellem Internet versorgt hat. Dieser Besuch sollte eine ganze Mission einleiten.

 

Doch nicht, wenn es nach der indischen Regierung geht. Statt mit offenen Armen empfangen zu werden, schlug Zuckerberg Misstrauen entgegen – der revolutionäre Plan endete in einem PR-Malheur.

 

Doch so leicht gibt ein Mark Zuckerberg nicht auf: Der Multimillionär entwickelte in Windeseile ein neues Konzept. Durch eine Kooperation mit indischen Telekommunikationsunternehmen hat Zuckerberg bisher 125 WLAN-Hotspots in indischen Provinzdörfern installiert – Tendenz steigend. Kostenlos ist das Ganze jedoch nicht, doch zumindest so günstig, dass es auch für die indische Provinzbevölkerung erschwinglich ist. Die Intention dahinter sei, dass die Inder nun endlich auf alle wichtigen Informationsquellen zugreifen könnten, insbesondere Facebook. Und dort liegt der Hase im Pfeffer begraben.

 

Die neue Taktik von Facebook ist es nämlich, Menschen die noch unerfahren mit dem Internet sind, möglichst früh an ihre Produkte zu binden. Ein schlauer Schachzug, in Anbetracht der Tatsache, dass sich der indische Markt in den nächsten Jahren wohl mehr als verdreifachen wird. Und die Inder lieben Social Media. Fast 70 % ihrer Online-Zeit verbringen sie in sozialen Netzwerken, am meisten davon in Facebook. Doch sie nutzen es meist ganz anders als wir. Es ist für sie die Hauptanlaufplattform, wenn es um Nachrichten, Videos etc. geht. Es ist schlichtweg ein Informationskanal.

Doch da, wo es was zu holen gibt, ist die Konkurrenz nicht weit. Google ist Facebook bereits zuvor gekommen und ist eine Kooperation mit der indischen Eisenbahn eingegangen. Sie stellen bereits kostenfreies WLAN in vielen Bahnhöfen zur Verfügung. Statt jedoch nur Zugänge anzubieten, sollten die US-Konzerne vielleicht erstmal die bestehende Infrastruktur verbessern. Hier rangiert Indien nämlich auf dem letzten Platz in ganz Asien.